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SOZIALE UND WIRTSCHAFTLICHE ASPEKTE

Die Argumente der Bürgerinititative für einen Ausgleich von Mensch, Natur und Wirtschaftlichkeit zum Erhalt der Feldwiese - ein Gewinn für alle

 

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungsanzahl ist seit 2010 stagnierend/rückläufig (2010: 3.699 EW, 2014: 3.675 EW).

Die Veränderung nach Altersgruppen zeigt einen Rückgang der jüngeren Jahrgänge und eine starke Zunahme bei der Bevölkerung ab 60 Jahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Somit erhebt sich aus demographischer Sicht die Frage: wem nützt der geplante Mega-Fußballplatz?

 

Infolge der nahezu ausgeschöpften Baulandreserven wird das Potential für Zuzug und damit für Fußballnachwuchs in Mauerbach schrumpfen. Doch immer mehr Spielerinnen werden aus Wien und anderen Nachbargemeinden angeworben. Sollen die Steuerzahle Mauerbachs zur Gänze eine Anlage finanzieren, von der auch andere Gemeinden profitieren?

 

Erfordernisse des Fußballclubs

Der jetzige Fußballplatz entspricht nicht dem Reglement bei Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse.  Aktuell spielen neben Kampfmannschaft, U23 und Damenmannschaft 85 Kinder und Jugendliche in 7 Mannschaften aktiv. Davon einige aus den Umlandgemeinden. Die Trainingsverhältnisse sind beengt; der Rasen durch Bodenbeschaffenheit und Trainingsintensität geschädigt.

 

Die Forderung nach einer Anlage mit einem dem Reglement entsprechenden Matchfeld und einem Trainingsplatz ist gerechtfertigt. Das entspricht der Ausstattung aller Umlandgemeinden und den Vereinen in dieser Spielklasse. Ein zusätzlicher zweiter Trainingsplatz erscheint angesichts der finanziellen Lage der Gemeinde und der Bevölkerungsentwicklung übertrieben. Sportplatzsachverständige bezeichneten den Standort auf der Feldwiese aus spieltechnischer Sicht ungeeignet (Wind, Grundwasser, Hügelkuppe)

 

Anrainer

Verkehr, Flutlicht, Lärm werden die Lebensqualität der Bewohner im Bereich der Allhangstraße, der Römersiedlung und Auf der Sulz empfindlich stören; die Tiere im angrenzenden Wildgatter werden beunruhigt; der freie Blick auf die Kartause beeinträchtigt. De facto wird der ganze Oberort in Mitleidenschaft gezogen.

 

Sanfter Tourismus

Die Feldwiese bildet zusammen mit der Kartause, dem Schlosspark und dem neuen Seminarhotel ein hoch attraktives Areal und birgt wirtschaftliches Potential als das einzige ökonomische Hoffnungsgebiet in Mauerbach. Dieses bringt durch das Zusammenspiel von Kultur, Natur und Gastronomie neue Impulse für die Gemeinde. Diese durch einen sanften Kultur-/Natur-

tourismus angeregte Entwicklung würde durch Fußball-Spiel- und Trainingsbetrieb am Standort Feldwiese zunichte gemacht.

 

Landwirtschaft

Die Feldwiese ist langfristig verpachtet und wird von einem Mauerbacher Landwirt nachhaltig und nach ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaftet. Die Umwandlung dieser Flächen in intensiv gedüngte und laufend zu bewässernde Sportrasenflächen und die Bodenversiegelung durch Gebäude und Verkehrsflächen bringt wirtschaftliche und ökologische Einbußen mit sich.

 

Finanzierung

Es gibt keinen Finanzierungsplan. Der Bürgermeister sprach bisher von 2,5 Mio.€ Errichtungskosten. Die jüngste Kostenschätzung des bekannten Experten  DI FUX gehen von Minimum 3,1 Mio. € aus und bewegen sich inklusive Zufahrten, Kinderspielplatz, etcs bis zu 4 Mio. €. Die vergleichbare Anlage in Sieghartskirchen soll dem Vernehmen nach 5 Mio. € gekostet haben.

 

Die Finanzierbarkeit einer Anlage, wie sie die vorliegenden Entwürfen zeigen, ist nicht gesichert - das zeigt sich im Zickzack-Kurs der Budgetierung seit 2012.

 

Im Gemeinderat vom 5.12.2012 wurde der Sportplatz in einer Projektfinanzierungsübersicht mit 2,4 Mio.€ angesetzt - die Deckung wird folgendermaßen dargestellt: 1,4 Mio € durch Verkauf des alten Platzes; 300 TS € Förderung; 700 TS € Darlehen.

 

Im 1. Nachtragsvoranschlag vom Juni 2013 finden sich folgende Zahlen:

Einnahmen: 1,4 Mio €  aus Verkauf + 42.800 Übertrag aus restlicher Bedarfszuweisung von 2012.

Ausgaben: 130.000 € für Planung; 1.270.000 € Baukosten

Damit wurde der Rahmen um knapp 1 Mio. € reduziert - wie weit hier noch von seriöser Planung gesprochen werden kann, bleibt offen.

 

Die Genehmigung eines Darlehens in Höhe von mindestens 700 TS € ist nach Vorliegen der Gebarungseinschau des Landes NÖ vom Herbst 2012 fraglich. Dort wurde mitgeteilt: "Die finanzielle Lage der Gemeinde muss derzeit als angespannt bezeichnet werden. Die Gemeinde ist gefordert zur Prüfung neuer Vorhaben auf deren Finanzierbarkeit und Einbeziehung der Folgekosten; jedenfalls Vermeidung von Darlehensaufnahmen, deren Schuldendienst auf allgemeinden Deckungsmitteln getragen werden muss; Auftragsvergaben erst nach nachhaltig gesicherter Finanzierung."

 

Wie hoch Förderungen bzw. weitere Bedarfszuweisungen sein können ist ungewiss.

Im 1. Nachtragsvoranschlag 2014 wurde die Position Sportplatz von 1 Mio. € auf Null gesetzt. Für 2015 liegen keine Budgetzahlen vor.

 

Das Argument 'kostenneutral' (durch Verkauf des alten Platzes), das von Bgm.Buchner und der ÖVP gebetsmühlenartig wiederholt wird, ist nicht stichhältig, denn die Gemeinde würde durch den Verkauf des alten Platzes eine Verminderung ihrer Vermögenswerte erfahren. Bauträger haben in jüngster Zeit nach eingehender Begutachtung den jetzigen Sport-Platz als unrentable Option für ein Bauprojekt eingestuft, da zahlreiche kostenintensive Maßnahmen für eine Umwidmung in Bauland getroffen werden müssten. 

 

Voraussetzungen für Umwidmung des jetzigen Sportplatzes in Bauland

 

 a) Hochwasserschutzmaßnahmen, ohne dass es dadurch zu nachteiligen Auswirkungen für benachbarte im Bauland gelegene Grundstücke kommt (der östliche Bereich ist derzeit rote Zone) - dafür müssten etwa 450.000€ investiert werden. b) Nachweis der natürlichen Baulandeignung durch ein Sachverständigengutachten (Grundwasser, Areal war früher Teich!!) c) Konzept für eine funktionsgerechte Verkehrsanbindung der Fläche an die Hauptstraße - Zufahrten zur Waldgasse von der Hauptstraße sind auf beiden Seiten für eine Wohnhausanlage unzulänglich.

 

Die Kosten für alle Maßnahmen liegen bei ca. 1 Mio € - diese muss die Gemeinde jedenfalls tragen (durch Minderung des Verkaufserlöses bzw. Vorleistungen zum Verkauf an Bauträger).

 

Gesundheitsaspekte - Wohnbau auf ehemaligem Teich

 

Es ist nach Meinung von Medizinern und Baubiologen nicht abschätzbar, welche Langfristfolgen für die Gesundheit der Bewohner entstehen werden. (siehe oben: Nachweis.....Baulandeignung). Maßnahmen zur Minimierung solcher Folgewirkungen - wenn eine Reduzierung schädlicher Einflüsse überhaupt möglich ist - sind teuer und erhöhen die Investitionskosten des Bauprojektes - sowohl für den Bauträger als auch für die zukünftigen Bewohner. Es ist fraglich, ob potentiellen Käufern oder Mietern die geomorphologische Situation in ihrem gesamten Ausmaß bekannt gegeben wird. Diese Aspekte wären außer den formalen Rahmenbedingungen bereits in den Überlegungen des Gemeinderate anlässlich einer etwaigen geplanten Umwidmung zu diskutieren.

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© 2015 Bürgerinitiative "Rettet die Feldwiese!"