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DIE FAKTEN

Die vorliegenden Pläne und Beschreibungen vom September bzw. Dezember 2013 - Naturverträglichkeitserklärung, Technischer Bericht und Betriebskonzept die in den Bescheid der BH Wien Umgebung vom 17. Juni 2014 übernommen wurden - zeigen deutlich, dass es sich hier um ein Großbauprojekt handelt bei dem

 

  • große Teile (ca 80%) des als Naherholungsgebiet genutzten Höhenrückens der Feldwiese durch Umzäunung der Allgemeinheit entzogen werden – rund 82.000m² Fläche sind lt. Bescheid vom Baugeschehen betroffen.

  • der ganze Oberort durch Flutlicht, Lärm und Verkehr infolge eines praktisch ganzjährigen Betriebs massiv beeinträchtigt wird - insbesondere die Römersiedlung und der Ortsteil Auf der Sulz. Bei Betriebszeiten zwischen 8:00 und 21:00 an Wochenenden und Feiertagen und in den Abendstunden während der ganzen Woche wird die Lebensqualität der Bewohner stark geschmälert und die Attraktivität Mauerbachs als ideales Wohngebiet grob vermindert 

  • Zufahrten, Parkplätze, Betriebsgebäude, 6 m hohe Fangnetze, 18 m hohe Lichtmaste, bis zu 4m hohe Erdwälle und Zäune die Landschaft dauerhaft zerstören

  • große Teile der Baum- und Strauchbestände (Lebensraum schützenswerter Tierarten) gerodet werden. die verpflichtenden Ersatzpflanzungen sind teuer und wirken erst nach 10-15 Jahren - die so seltene Offenlandschaft ist damit endgültig verloren

  • die Apfelallee - zumindest teilweise - geschlägert wird und daneben eine asphaltierte Zufahrtsstraße, ein Erwall und hohe Zäune bis zum zweistöckigen Klubhaus verlaufen

  • der Kinderspielplatz abgeräumt und unter großem finanziellen Aufwand neu errichtet wird.

  • massive Erdbewegungen  auf Jahre hinaus "Verwüstungen" hinterlassen

  • der sanfte Kultur-/Natur- und Seminartourismus und die Landwirtschaft (z.B.Wildgatter) empfindlich gestört und damit der örtlichen Wirtschaft Schaden zugefügt wird

  • Investitionen und  Betriebskosten einer Anlage, die nur einem kleinen Bevölkerungsteil dient, die gesamte Bevölkerung auf Jahre hinaus finanziell belasten und Projekte für die Allgemeinheit daher nicht gebaut werden (z.B. Ortszentrum, Öffentliche Beleuchtung, Straßensanierung, Gehsteige, Radwege)

  • Die ohnedies sehr hohe Verschuldung Mauerbachs wird drastisch ansteigen - die Zeche dafür bezahlen noch unsere Kinder und Enkelkinder.
     

Nach wie vor ist unsere Befürchtung, dass manche Lokalpolitiker noch immer glauben, Prestigeprojekte im Alleingang verwirklichen zu können,

 

  • ohne Rücksicht auf die Prioritäten der Zukunftsplanung im Bürgerbeteiligungsverfahren G21 und

  • ohne Neuausrichtung der Prioritäten angesichts der angespannten Finanzlage der Gemeinde

DIE VORGESCHICHTE
 

Der Sportclub Mauerbach (heute: USC Wiesbauer) wurde 1951 als Fußballverein gegründet. Dann bestand er lange Jahre aus einer Fußball- und einer Tennissektion. Vor einem Jahr erfolgte die Trennung: Fußball ist nunmehr unter dem Namen USC-Wiesbauer in der Sportunion eingegliedert.

 

Auf dem im Besitz der Gemeinde befindlichen Grundstück am Ufer des Mauerbachs an der Hauptstraße errichteten die Mitglieder des SCM 1951 mit viel Engagement einen Fußballplatz (später daneben Tennisplätze). Das Areal ist ein zugeschütteter ehemaliger Teich. Davon zeugt auch heute noch der relativ hohe Grundwasserspiegel unter dem Platz. Wie weit in dem Schüttmaterial möglicherweise umweltschädliche Stoffe enthalten sind, ist bis dato ungeklärt. Unterschiedliche Aussagen dazu sollten Anlass sein, nähere Untersuchungen durchzuführen.

 

Seit mehr als zwanzig Jahren bemühen sich die Funktionäre des USC Wiesbauer um eine Verbesserung und Erweiterung der Platzsituation:

  •  Durch die Bodenbeschaffenheit und den Untergrund war der Platz öfters in einem desolaten Zustand; die  hohe Trainings- und Spiel-Frequenz durch die aktive Jugenarbeit strapazierten den Platz immer stärker.

  • Wie weit der Platz ist bei etwaigem Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse regelkonform wäre - darüber gibt es geteilte Meinungen. Dzt. belegt Mauerbach den 11. Platz von 14 in 1.Klasse NOE-NW.

  • Die Trainingsmöglichkeiten sind infolge der Zunahme der Jugend- und Kindermannschaften, die auch immer mehr Zulauf aus Wien und Nachbargemeinden bekommen, beengt.
     

Die Gemeindepolitik nahm in einigen Legislaturperioden Anlauf zur Lösung. Der bisherige Sportplatz soll nach jüngsten Vorstellungen des Bürgermeisters an eine Wohnbaugenossenschaft verkauft werden, um dort 90 Wohnungen mit etwa 150 Stellplätzen zu errichten. Nach alten Plänen sollte der Erlös aus dem Sportplatzverkauf (damals geschätzte 20 Millionen Schilling) zu gleichen Teilen für einen neuen Sportplatz und den Bau eines Gemeindeamtes und/oder Schule verwendet werden.

 Als Standort für den Sportplatz waren die gemeindeeigenen Grundstücke auf der Feldwiese angedacht (dazu gibt es Skizzen für eine Anlage in der Dimension der Marswiese in Neuwaldegg). Damals in den Neunziger Jahren  - vor Erlass der strengen Naturschutzgesetze und der Natura 2000 Richtlinie der Europäischen Union hätte man auf der Feldwiese auch noch Wohnbauten errichten können.

 

Nunmehr soll ein Verkaufserlös von 2,4 Mio. € erzielt werden, der zur Gänze in die Sportarena investiert werden soll. Die neuen Berechnungen von Architekt DI Fux zeigen ganz klar, dass diese Summe nicht reichen wird. Demnach muss mit einer Investition von 3,1 Mio. nur für den Sportplatz ohne Zufahrtswege, Tribüne, Verlegung Kinderspielplatz, Tennisplätze, etc. gerechnet werden. Insgesamt werden mindestens 4 Mio. € zu veranschlagen sein. Dem Vernehmen nach soll der Sportplatz in Sieghartskirchen rund 5 Mio.€ gekostet haben (gleiche Anlage wie in Mauerbach geplant)
 

Zwischenzeitlich haben sich die Rahmenbedingungen grundlegend geändert:

 

  • Mauerbach liegt im Europaschutzgebiet - NÖ Naturschutzgesetz seit 2000

  • Mauerbach ist Biosphärenpark-Gemeinde

  • Finanzsituation der Gemeinde angespannt

  • Zunahme der älteren Bevölkerung

  • Bewusstsein für ökologisches Handeln nimmt zu
     

Vor der Gemeinderatswahl 2010 versprach die ÖVP unter Führung von Peter Buchner, MBA  dem USC einen neuen Sportplatz auf der Feldwiese - hoffend aus dem Sympathisantenkreis des USC viele Wählerstimmen zu erhalten. Wenige Monate nach der Wahl verkündete Hr. Buchner - damals noch Stv.Obmann - den Baubeginn im Frühjahr 2011.

 

Wenige Tage nach dieser Mitteilung formierte sich Widerstand in der Bevölkerung. In einer Unterschriftenaktion bekannten sich innerhalb weniger Wochen mehr als 500 Unterstützer zur Rettung der Feldwiese. Die Oppositionsfraktionen "Wirfürmauerbach" und "Die Grünen" ermöglichten die öffentliche breite Diskussion mit zwei Informationsveranstaltungen im Jänner 2011.

 

Die Bürgerinitiative "Rettet die Feldwiese"  vertritt und koordiniert seither die Interessen der Feldwiesenschützer.

 

Seither fanden mehrere Infoveranstaltungen speziell im Bürgerbeteiligungsprozess Gemeinde21 (G21)  mit jeweils 100 bis 150 Teilnehmern statt. Eine umfangreiche Ausarbeitung zur Prüfung von Alternativen der  G21 Arbeitsgruppe "Kultur und Sport" und mehrere Fachgutachten zeigen, von welch großer Bedeutung das Thema 'Feldwiese' für die Gemeinde Mauerbach ist.

 

Originaldokumente dazu fordern Sie bitte unter Kontakt an.

 

Die Bürgerinitiative "Rettet die Feldwiese" hat mit zahlreichen Eingaben und Kontakten die zuständigen Behörden ausführlich über die Sachverhalte informiert und diese für die Brisanz der Konfliktfelder sensibilisiert. Da es nicht gelungen ist innerhalb von vier Jahren, durch Gespräche einen Umdenkprozess bei den Politikern von ÖVP und Liste Jelinek (neu: Die Liste) auszulösen, zogen die Oppositionsparteien SPÖ, Grüne und WfM die Notbremse und legten im Herbst 2014 ihre Mandate nieder.

 

Am 23. September 2014 reichten zwei Vertreter der Bürgerinitiative einen von knapp 700 MauerbacherInnen unterzeichneten Initiativantrag zur Anordnung einer Volksbefragung ein.

 

Die im Rahmen der Volksbefragung zu stellenden Fragen lauten:

  • Soll im Landschaftsschutzgebiet „Feldwiese“ auf einer Fläche von 82.000m² eine Fußball-Sportanlage errichtet werden?

  • Soll die bereits bestehende Fußball-Sportanlage vergrößert und modernisiert werden?
     

Der im Jänner 2015 neu gewählte Gemeinderat wird diesen Antrag voraussichtlich im Mai 2015 behandeln und gemäß § 16 Abs. 1 der NÖ Gemeindeordnung die Volksbefragung anordnen.

 

Damit liegt nun die Zukunft der Feldwiese in der Verantwortung der Wählerinnen und Wähler.

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